Die Zeiten werden rauer? In meiner taz-Kolumne „Zwischen Menschen“ berichte ich über Wärmepunkte – Glück, das im Alltag stattfindet – oder fehlt, weil sich keiner rührt. Szenen, die ich beobachte, in denen ich drinstecke – die mich erschüttern und berühren. Anschließend veröffentliche ich sie hier in ganzer Länge und freue mich über Kommentare.

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„Wie man es sich schwer macht“ (taz)

erschienen in der Kolumne „Zwischen Menschen“, taz.die Tageszeitung, 13.4.2018 Straßenecke, Feierabend. Eine ältere Dame stößt zwei Rollkoffer am Bürgersteig entlang. Der eine ist geblümt, der andere ein riesiger, silberner Kasten. Darauf hat sie noch einen Koffer gewuchtet und eine kantige Handtasche. Ich halte abrupt mit dem Rad. Sie sieht aus wie ein Notfall, wie jemand, […]

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Schlaf jetzt (taz)

erschienen in taz.die tageszeitung, 27.2.2018 Text: Christa Pfafferott Geschafft! Außer Atem fahre ich aus Glückstadt fort. Nur einmal die Stunde fährt die Nordbahn von hier nach Hamburg. Ich bin froh, dass ich sie gerade noch erwischt habe, draußen ist es kalt. Ich stelle mein Rad ab, die Bahn ist seltsam leer. Nur weit hinten spricht […]

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„Was vom Leben übrig bleibt“ (taz)

erschienen in taz.die tageszeitung, 10.2.2018 Text: Christa Pfafferott Ein Mann ist im Feuer gestorben. Jetzt liegt sein Leben auf der Straße. Er mochte anscheinend Bücher, er liebte wahrscheinlich Musik. Er las über Beethoven, Bob Dylan, „Entartete Musik“.  Ihn beschäftigte das Solar-System und „richtiges Telefonieren“. Alle können das jetzt sehen. Altona, Bernstorffstraße. Dunkelheit. Vor einem Klinkerhaus […]

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„Verletzlichkeit“

Ausschnitt aus der Rede „Verletzlichkeit“ anlässlich der Vernissage „Grenzviertel“, am 26.1.2018, im „Mercedes Me Store Hamburg“   Sehr geehrte Gäste, liebe Künstlerinnen und Künstler, Es gibt Menschen, von denen würde ich gerne wissen, wie sie heute die Entwicklung unserer Welt sehen. Dazu gehört die amerikanische Autorin Susan Sontag. Sie wäre heute vor genau zehn Tagen – […]

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Lebens-Zeugen

Es gibt Orte, an denen bewegen wir uns alleine, ohne Familie, da sind wir viele Stunden ein anderes, eigenes Ich. Das sind Bürogebäude, Universitäten, Schulen: Leistungsorte, die an Werktagen voll sind mit Menschen und am Wochenende leer. Manchmal zeigen Menschen ihren Vertrauten diese Orte. Das passiert dann oft an den leeren Tagen: Bahnhof Dammtor, Nieselregen, […]

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„Das Monster in unseren Köpfen“ (taz)

erschienen in taz.die tageszeitung, 8.12.2017 Text: Christa Pfafferott Hamburg. Fünf Uhr, Feierabend. Die U-Bahn ist voll und still. Draußen regnet es. Neben mir sitzt eine Dame mit Goldschmuck und Prada-Tasche, vor mir ihre Tochter mit Louis-Vuitton-Beutel. Sie riechen nach Reichtum: Teures Parfüm, Haarspray, neue Kleidung. Sie unterhalten sich leise auf Russisch. Das Gesicht der Mutter […]

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